Schrei nach Liebe
Du bist wirklich saudumm, darum gehts dir gut
Hass ist deine Attitüde, ständig kocht dein Blut
Alles muss man dir erklären, weil du wirklich gar nichts weißt
Höchstwahrscheinlich nicht einmal, was Attitüde heißt
Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe
Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren
Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit
(Ohoho) Arschloch!
Warum hast du Angst vorm Streicheln? Was soll all der Terz?
Unterm Lorbeerkranz mit Eicheln, weiß ich, schlägt ein Herz
Und Romantik ist für dich nicht bloß graue Theorie
Zwischen Störkraft und den Onkelz steht ’ne Kuschelrock-LP
Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe
Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit
Du hast nie gelernt dich zu artikulieren
Und deine Eltern hatten niemals für dich Zeit
(Ohoho) Arschloch!
Weil du Probleme hast, die keinen interessieren
Weil du Schiss vorm Schmusen hast, bist du ein Faschist
Du musst deinen Selbsthass nicht auf andere projizieren
Damit keiner merkt, was für ein lieber Kerl du bist
Deine Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe
Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit
Du hast nie gelernt dich artizukulieren
Und deine Freundin, die hat niemals für dich Zeit
(Ohoho) Arschloch! Arschloch! Arschloch!!!
- Text: Farin Urlaub, Bela B.
- Musik: Farin Urlaub, Bela B.
- Zuerst gespielt: 03.10.1993 Hamburg (DE), Millerntorplatz
- Zuletzt gespielt: 25.08.2024 Berlin (DE), Ehemaliger Flughafen Tempelhof
- Wurde gespielt: 517 / Wo gespielt?
- Veröffentlichung:
They’ve Given Me Schrott! – Die Outtakes
Seitenhirsch
Die Nacht der Dämonen
Bäst of
Die Band, die sie Pferd nannten
Rock´n´Roll Realschule
Killer
Wir wollen nur deine Seele
Das Beste von kurz nach früher bis jetze
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Schrei nach Liebe
- Sampler:
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Protestsongs.de
Nazis Raus!
Top 13 Music Hitparade 1/94 (18 Deutsche Super Schlager)
Bravo Super Show Vol. 1
Formel Eins - 36 Hits on ice
- Bootlegs:
Laternen-Joe - Das Comeback - Live in Zwickau
Nicht allein bei Rock am Ring
Jazzfäst Würzburg
Jazzfäst In Karlsruhe 2008
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Es wird eng (in Mannheim)
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Voodoo Lounge 1996 (1. Teil)
Die Ärzte schänden das Matterhorn
Planet Remix - Megamix
Eine Frage der Ehre - Zweiter Teil
Eine Frage der Ehre - Erster Teil
Doktorspiele heute (heute bis kurz davor!)
Planet Remix
Die Tour-Tour '94
Live in München '94
Notdurft: 110
Notaufnahme
Songinformationen
Bela: Nach 74 fahren Trennung wieder ein gemeinsamer Song der "Keinen blassen Schimmer"-Twins. Die Strophen sind größtenteils von mir, der Refrain von Jan. Singen tun wir's dann genau umgekehrt. ...Noch einmal sind wir vom Rock-Olymp gestiegen. um Nazi-Idioten jeder Coleur mit dem flammenden Schwert der Rethorik zu belächeln. Aber ganz im Ernst: FICKT DIE NAZIS!!!
Farin: Früher hatten wir nie das Gefühl, etwas zu den politischen Umständen in Deutschland sagen zu müssen, da wir der naiven Ansicht waren, alle intelligenten Menschen müßten unsere anarchistische Weltsicht teilen. Nach 100 Jahren Pause (es wird übrigens nie wie-der die Ärzte geben) waren wir de Meinung, jetzt unser Maul aufmachen zu müssen - ob's was bringt, weiß ich nicht; aber es sollte deutlich machen, wie wir zur Nazipest stehen. (Sterbt.)
Quelle: Booklet von Das Beste von kurz nach früher bis jetze
Farin: Nachdem Bela und ich uns ein paarmal getroffen hatten, um über eine mögliche Zukunft der Ärzte zu reden, gab es eines Tages ein schicksalhaftes Telefonat. Ich war in Berlin bei Freunden zu Besuch, als Bela mir eröffnete, er hätte versucht, ein politisches Lied zu schreiben, würde aber nicht so richtig weiterkommen. Ich hatte dasselbe Problem: ein paar Textfragmente gegen die dumpfe braune Brut, aber ich wusste auch nicht wirklich weiter. Nachdem wir uns gegenseitig ein paar Zeilen zitierten, entstand die Idee, beide Textfragmente zu einem Lied zu kombinieren. Ich fuhr nach Hause und hatte eine (wie ich fand) gute Idee für ein Intro und dann eine Strophe, einen ruhigen Refrain... alles normal so weit. Bis Bela kam, sich das Ergebnis anhörte und meinte: "Nee, da fehlt noch was. Lass uns die doch einfach beim Namen nennen: Nach dem Refrain gibt's eine Pause, und wir rufen "Arschloch!" Ich Idiot war erst mal skeptisch, weil das ja die ganze schöne Komposition zerhauen würde, also haben wir es einfach mal aufgenommen – Gänsehaut.
Bela: Wir hatten unheimlich Angst, da was "Peinliches" zu fabrizieren, was man uns als "Zeigefingerrock" um die Ohren haut. Schließlich haben wir Politisches in unseren Texten immer vermieden. Jan kam dann über Nacht mit einem Textentwurf an, den wir zusammen fertig machten. Als das Lied fertig war, hatte ich erst diese unbändige Lust, mit der Band weiterzumachen. Quelle: Seitenhirsch
Uwe Hoffmann (Produzent): Ja, da ging auf einmal alles wieder los. Erst ein geheimes Treffen im Norden. Demos hören. Pläne machen, ablachen. Ein Moment, den man in dieser Form nicht oft erlebt. Dann der ungewöhnliche Weg, einen Plattenvertrag zu bekommen (damals ging es noch um Plattenverträge), während schon im Studio die Aufnahmen begonnen hatten. Bela B. wollte damals auf gar keinen Fall in Berlin aufnehmen. Also gingen wir in den "Westen" und nahmen da die Drums auf, bis dass wir uns dort auf dem Land unfassbar langweilten. Also, ab nach Berlin... und wir sollten noch eine Menge Spaß haben.
Quelle: Bäst of