Was wir sind [1987]

Du sagst, du weißt nicht, wie es weitergeht
Du sagst, da ist keiner mehr, der dich versteht
Das ist dein Leben und du fühlst dich wie ein Hund
Warte, bis wir kommen - dann geht es rund

Wir leben für den Augenblick
Wir wollen nach vorn und nie zurück
Und wenn wir einmal losschlagen, wird alles, was vorher passiert ist
aussehen wie ein Picknick

Wir sind, was wir sind
und das ist alles, was wir sind, was wir sind
und wir sind stolz darauf ...

Du sagst, du hast schon alles ausprobiert
Und du sagst, du langweilst dich, weil nie etwas passiert
Du kannst bekommen, was du verlangst
Die meisten haben sowieso viel zu viel Angst

Wir wollen keine Helden mehr
Wir wollen auch niemanden verehren
Und allein, die uns heute Abend unseren Spaß nicht gönnen wollen
werden wir den Krieg erklären

Wir sind, was wir sind ...

Songinformationen

Für unser vermeintliches Abschiedsalbum „Das ist nicht die ganze Wahrheit“ schrieb ich diese etwas pathetische Hymne. Damals war der „Stolz“ noch kein so rechtsrandständig besetztes Wort wie heute; ich hab eher versucht, unser Lebensgefühl auf den zunehmend euphorischen Konzerten zu beschreiben. Wir gegen Alle, das war nach den ganzen Indizierungen, Demos und Anzeigen tatsächlich unser Lebensgefühl; wobei das „wir“ auch unser Publikum einschloss.
Den zwar theoretisch gut grölbaren, aber inhaltlich redundant-nichtssagenden Refrain habe ich wohl unabsichtlich viele Jahre später im Lied „Der Misanthrop“ recyclet.
Das Arrangement und die Musik gefallen mir noch heute; da steckt viel Liebe zum Detail drin.

Quelle: Berliner Schule